Autophilie - Automobilismus und Selbsterfindung

Die Fortbewegung mit erhöhtem Energie- und Atemluftverbrauch gehört zu den evolutionär vornehmsten Errungenschaften der uns bekannten Menschheitsgeschichte.

Audi TT - einen zusätzlichen Glanz

Die durchaus als stattlich anzusehende Fangemeinde und die marktrelevante Sympathisantenszene des durch ungezählte Autorennen, technisch brillante Serienproduktionen, gravierende Absatzzahlen und beträchtliche technische Innovationen stolz gewordenen Ingolstädter Autokonzerns und Nachfolgers der ebenso spektakulär erfolgreichen Auto Union waren auf einmal beunruhigt, zumindest irritiert. Als durch Motor- und besonders auch Tagespresse Meldungen von einigen erheblichen Unfällen kursierten, in die das brandneue Sportcoupé Audi TT angeblich verwickelt war, schien ein Schatten auf die futuristische Modelllinie zu fallen. Tendenziell wurden die Umstände wie folgt geschildert: Alleinunfälle bei hohen Geschwindigkeiten in Kurvenbereichen - ohne mutmaßlich gravierende Witterungseinflüsse.

Viele Pressestimmen wiesen in die Richtung, dass sich ambitionierte Fahrer im Fahrbetrieb womöglich auch immer wieder der Erkenntnis erinnern müssen, dass physikalische Gesetze vielleicht technisch annähernd beherrschbar, aber technologisch nicht außer Kraft zu setzen seien.

Wie auch immer: Mit einer vorbildlichen Nach-Optimierung - auch schon verkaufter Exemplare - traten die Fahrzeuge der Modellreihe Audi TT dann ihre Erfolgsfahrt an. Das ganze Gefährt wurde zu dem, was man sich bei der Produktplanung erhofft hatte - zu einem kultigen Sportcoupé, das der Marke Audi mit ihrer traditionellen Formensicherheit einen zusätzlichen Glanz gab.

Was erfolgreich ist, wird kopiert. Deshalb hat Audi das Erfolgsprodukt TT diversifiziert und bietet es in den Varianten TT Coupé, TT Roadster, TTS und TTS Roadster an. Mit 272 PS, Sechs-Gang-Getriebe, abgeregelten 250 km/h sowie einer Beschleunigung 0-100 km/h von 5,4 s fährt man in der Gruppe der Sportcoupés im TTS Coupé (2008) schnell, komfortabel und ästhetisch immer vorn mit. Mit diesem Fahrzeug schuf man sich in Ingolstadt und der Autowelt etwas, das dem allgemeinen Trend zur gesichtslosen Unifizierung im Fahrzeugbau zuwiderläuft.


-> Schön anzusehen, aber im Grunde oft nur sublimierter Raum für Ersatzhandlungen; auto-erogene Männlichkeitssymbole auf Hochglanzfelgen, mit getönten Spiegeln und balzartigem Motorengeräusch <-


Texte und Fotos © 2017 Oliver Greh